make me real
touch me
make me feel
chase the ghosts of dawn away
kiss me slowly
make me stay
make me real
touch me
make me feel
chase the ghosts of dawn away
kiss me slowly
make me stay
Nein, keine Angst. Ich bringe mich nicht um. Aber ich bringe was raus. Und zwar mein erstes Buch. Es war jetzt zwei Jahre lang da draussen, wanderte von Verlag zu Verlag, wurde eselsohrig und staubig.
Kann ich was ändern, inhaltlich? frage ich meine Agentin.
Nee, meint die.
Man würde mein Exposé lesen und könne mit dem Thema nix anfangen. Man würde sich meinen Namen angucken, und der wäre nicht bekannt. Also spare man sich die Mühe, auch noch was vom Text zu lesen.
Die lesen das noch nicht mal? Auch nicht ansatzweise? frage ich fassungslos.
Nee, sagt meine Agentin (leicht verzweifelt).
Argh!
Dabei ist es doch ganz einfach.
Mögen sie ‘Einer flog über das Kuckucksnest’, oder ‘Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen’? Oder vielleicht ‘Running with scissors’? Lesen sie gerne Foster Wallace?
Dann werden sie die Geschichte von Maxi und Grant lieben.
Sie, Kinderbuchautorin, schokoladensüchtig, rotweinverliebt, manisch-depressiv. Er, Einbrecher auf Rente, Brite, Hobbykoch mit Ambitionen. Der Ort: eine heruntergekommene Villa in Berlin Zehlendorf. Die Zeit: eine Nacht kurz vor Halloween. Maxi beschließt, ihre Welt anzuhalten. Mittels eines Schweizer Taschenmessers. Grant, der sie findet, beschließt, sie nicht sterben zu lassen. Beide beschließen, einander zu hassen. Vorerst.
Also…wenn sie schon immer wissen wollten, wie sich manischer Sex anfühlt; warum die englische Küche besser ist als ihr Ruf, und was passiert, wenn man vom Europa Center springen will…
Dann empfehle ich: Mein erster Selbstmord.
Es wird sowohl eine Taschenbuchausgabe als auch ein e-book geben. Das Manuskript wird gerade lektoriert (Jörg Lux) und das Cover ist in Arbeit (by dkk). Näheres zum Entstehungsprozess (via Book on Demand) und der genaue Erscheinungstermin hier und auf meiner facebookseite ( Mein erster Selbstmord ).
Es wird spannend!
She’s not cheating on her husband (most readers are married) because it’s just a novel. She isn’t at risk of becoming pregnant, but she can imagine the seduction by the hero. She gets the thrill, the rush, of falling in love, all for a few dollars.
The real magic of these books, at least in the analyses I’ve done, is how the hero changes. He starts off gruff, rude, arrogant, and cold, but with fantastic looks. In the middle of the book, he tries to prove that he’s good enough for her, and that he’s changed to meet her criteria. Something happens by the end of the 180 or so pages, and he turns into a man who wants to settle down and have a few children in a monogamous relationship. He’s happy to be loyal and adore the heroine for the rest of their lives.
(As an aside, am I the only one who wonders how this story plays out? I’m curious to see what their lives are like 20 years in the future. How does the married couple keep it going; are they still together, happily? The magic of falling in love is all well and good, but the long-term is never really considered.)
by Maryanne Fisher, Ph.D
via
Wovon ernährt sich eine freie Autorin? Na ja, jedenfalls nicht von Buchstabensalat.
Als ich vor zwei Jahren kundtat mich selbstständig machen zu wollen, trafen mich mitleidige, belustigte und auch ernsthaft besorgte Blicke.
Sie wussten es alle besser. Brotloser Job. Und Bestseller schreiben immer nur die Anderen. Davon leben wollen? Unmöglich.
Aber … mein Lebenstraum? Wann, wenn nicht jetzt, mit knapp fünfzig, die eine Hälfte schon hinter mir? Immer so viel aufgeschoben, so viele Ideen, Wünsche, Hoffnungen. Begraben unter mitleidigen Blicken, spitzen Bemerkungen. Gescheitert am eigenen Mangel an Chuzpe.
Einmal mutig sein. Einmal das tun, was ich von Herzen wünsche. Was meine Seele zum Singen bringt.
Und meinen Magen zum Knurren.
Denn sie hatten alle recht. Es ist ein brotloser Job. Man kann verhungern über dem Warten auf den nächsten Verlag, der dein Manuskript prüft. Ich habe drei in Umlauf.
Sie sind alle noch da draußen irgendwo. Die manisch-depressive Kinderbuchautorin, die sich in einen Einbrecher verliebt (‘Mein erster Selbstmord’). Der alkoholkranke Werwolf und die valiumsüchtige Elfe (‘Idylle mit Dämon’). Die sexhungrige Mittvierzigerin, die SM für sich entdeckt und einem Bestatter als Beichtvater hat (‘Mailverkehr’).
Vielleicht brauche ich mehr Geduld?
„Harry Potter and the Philosopher’s Stone was rejected by a dozen publishers, including biggies like Penguin and HarperCollins. Bloomsbury, a small London publisher, only took it on at the behest of the CEO’s eight-year old daughter, who begged her father to print the book. God bless you, sweetheart.“
Da gibt es nur ein klitzekleines Problem: Wovon lebe ich in der Zwischenzeit?
Kathrin Passig gewährt im Tagesspiegel einen Einblick in ihr Einkommen:
„Seit Anfang 2006 lebe ich überwiegend von klassischen Buchvorschüssen. (…) Ein weiteres Standbein ist mein T-Shirt-Shop zufallsshirt.de, ein selbstgebauter Motivgenerator, der bei jedem Reload ein neues T-Shirt mit Zufallsbild und Zufallsaufschrift erzeugt. Die Shirts haben im letzten Jahr ungefähr 3000 Euro eingebracht (…) Am Ende kommen dabei im Jahr ungefähr 20 000 bis 25 000 Euro vor Steuern heraus.“
Kathrin Passig über ihr Einkommen
Noch bekomme ich einen Gründungszuschuss vom Arbeitsamt (ja, den gibt es auch für Autoren). Doch der läuft im Juni aus, und ein zuverlässiger Ersatz, der regelmässig meine Miete bezahlt und das Katzenfutter für Charly, ist nirgendwo in Sicht.
„Stories may well be lies, but they are good lies that say true things and which can sometimes pay the rent.“ (Neil Gaiman)
Meine sind noch nicht so weit. Dann doch T-Shirts machen? Oder vielleicht das hier:
„Writing for a penny a word is ridiculous. If a man wanted to make a million dollars, the best way would be to start his own religion.“ (L.Ron Hubbard)
Mmmhhh. Ach nee, lieber nicht.
Also gut: Ich suche einen Job. Was kann ich?
Schreiben (Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Grabreden, Blog, Twitter,). Lesen. Vorlesen. Gut Zuhören. Als Buchhändlerin habe ich auch gelernt, geduldig zu sein und das Unmögliche möglich zu machen (“Haben sie ein Buch für jemanden, der eigentlich nicht liest?”). Lesegruppen (Reading Group) aufbauen und leiten (dt./engl).
Apfelkuchen backen kann ich auch.
Was will ich?
Was mit Büchern, halbtags.
Also, falls jemand einen Job für mich hat, oder einen Tipp, oder eine Schokoladendurchhaltespende: Ich freue mich über alles! ![]()
Hugendubel hat sein Berliner Flagschiff geschlossen. Ab sofort keine Bücher mehr, kein Kaffee, kein Schwätzchen mehr mit Blick auf den Ku’damm.
Eine Kundin erzählte mir, dass sie sich regelmäßig hier mit ihrer Tochter getroffen hat. Um genau das zu tun. Sie haben es ‘hugendubeln’ genannt.
Ich war damals bei der Eröffnung dabei. Drei Etagen voller Bücher, mit einem wunderbaren, sorgfältig ausgewähltem Angebot. Leseinseln, die wie kleine gemütliche Untertassen mittendrin schwebten. Eine Arbeitsecke mit Tischen. Ein Café mit Blick über den Ku’damm. Engagierte, freundliche, kompetente Buchhändler.
Ein Chef, der extra aus München mehrmals heranreiste, der jeden Mitarbeiter mit Handschlag begrüßte und dessen Namen wusste!
Eine Firmenpolitik, die ausdrücklich erlaubte, dass jeder Kunde bei uns seine Bücher wahlweise in Leseinsel, Café oder Arbeitsecke tragen durfte und dort nach Herzenslust schmökern!
Auch wenn der Laden innen drin den architektonischen Charme einer Lagerhalle versprühte … er hatte was! Er war neu, er war anders, er machte Spaß!
Und die Kunden liebten es.
Selbst wenn das kleinkarierte Feuilleton gegen die ‘Buchkaufhäuser’ wetterte. Ein Feuilletonist suchte Zolas ‘ Paradies der Damen’ und geriet an einen überforderten Azubi, der weder mit Autor noch Titel was anzufangen wusste. Der Feuilletonist rieb sich die Hände und schrieb flugs einen fiesen kleinen Artikel über die allgemeine Dummheit der Mitarbeiter in Buchkaufhäusern.
Wir haben trotzdem Lesungen für Kindergruppen gemacht, unsere Lieblingsbücher vorgestellt, kompetent beraten, eine ‘Reading Group’ gegründet (in der sich unter Anleitung einer Buchhändlerin einmal im Monat interessierte Kunden trafen, um über Bücher zu reden) und vieles mehr.
Was ist passiert?
Zu hohe Mieten? Immer ein Problem, keine Frage. Aber wer in eine 1A Lage will, kalkuliert das mit ein.
Die Internetkonkurrenz? Klar, der Buchverkauf online nimmt zu. Aber Kunden, die es vorziehen, ein Buch vor dem Kauf in der Hand zu haben, gibt es immer noch genug.
Ein halb versteckter, kleiner Eingang, den die vorbeischlendernden Ku’damm Touristen glatt übersehen? Ich bin sicher, auch da hätte sich was machen lassen.
Architektonische Hürden, die das kundenfreundliche Bücherpräsentieren unmöglich machten? Na gut…
Das hier finde ich viel schlimmer:
Eine Geschäftsleitung, die eine Abteilungsleiterin ins Büro zum Gespräch bestellt und moniert, sie würde ihre Abteilung ‘zu demokratisch’ führen.
Eine Zentralisierung des Einkaufs, die dazu führt, dass der Buchhändler im Laden nicht mehr weiß, was bestellt wird, und vor allem, warum.
Das Ausdünnen der Buchhändler (teuer) zugunsten ‘Buchhändlerischer Mitarbeiter’ und Rack Jobber (billig), mit weniger Know-How.
Eine zentrale Anweisung (Spitze statt Breite!), das Sortiment auszudünnen und in jeder Etage dieselben Beststeller so zu platzieren, dass der Kunde unweigerlich darüber stolpern muss (eine Kundin daraufhin zu mir: „Ja hamse denn keene anderen Bücher mehr da?“).
Der zunehmende, bücherverdrängende Verkauf von allerlei bunten, oft zu teuren Geschenkwaren, die den Laden aussehen ließen wie Tchibo („Ach, sie verkaufen auch Bücher?“)
Ich bin sicher, meine Kolleginnen und Kollegen hätten dem noch einiges hinzuzufügen.
Und ich höre jetzt auch auf, herumzujammern. Es ist einfach nur schade.
Der Laden hätte was werden können. Vielleicht gerade wegen der schrägen Innenarchitektur.
Aber vor allem wegen der Menschen, die dort gearbeitet haben (und auf die mal wieder keiner gehört hat). Manische Leser allesamt, liebenswerte, durchgeknallte Typen, die immer noch glauben, dass ein Buch ein Tor ist. In eine andere Welt. Und wenn Du hindurchgehst, wer weiß, ob Du wiederkommst …Oder ob Du dieselbe sein wirst …
“I’d rather have a bottle in front of me, than a frontal lobotomy” (Dorothy Parker)
Autoren trinken.
Das scheint die grauen Zellen nicht zu killen, sondern, ganz im Gegenteil, zu mehr buntem Leben anzufeuern. Ich hab das ziemlich schnell kapiert. Spätestens dann, als ich in den ‘inneren Kreis’ meines VHS Writers Coaching Kurses aufgenommen wurde. Während des Semesters einmal pro Woche schreiben von fünf bis sieben (pm), anschliessend (fast jedesmal) trinken bis zum umfallen. Wir sind ein schreibsüchtiger, hirnzellenbeschwipsender Mädelshaufen mit großen Herzen, lästerlichen Zungen und viel zu viel Fantasie. Der Club der saufenden Dichterinnen. Und unsere Vorsitzende ist Dotty Parker.
Ich bin auf den Geschmack gekommen. Abends, wenn es ruhig wird um mich herum,und nur noch vereinzelt der Fernseher des Nachbarn dumpf wimmert, klappe ich meinen Laptop auf. Gieße mir ein Glas Shiraz ein, genieße, blende alles andere aus und schreibe. Manchmal sogar mit der zur jeweiligen Szene passenden Musik im Ohr. Dann ist es wie Kino. Mein eigenes Kino, in dem ich Drehbuchautor, Regisseur, und Darsteller zugleich bin.
Ach so, und was Shiraz ist? Eine wunderbare, samtig-schokoladige Rotweinkreation. Und wer jetzt mehr über Wein erfahren möchte, dem sei dieser vortreffliche Ort ans Herz gelegt:
Liebevoll ausgesuchtes Sortiment, freundliche Beratung ohne Arroganz und Pathos (von wegen ‘vollmundig im Abgang’ oder so), und vor allem gute Weine, für die man kein Vermögen ausgeben muss. Ganz im Gegenteil.
Das beste: jeden ersten Freitag im Monat gibt es einen Probierabend. Man trinkt sich durch die Auswahl, futtert Käse und redet mit den lustigsten Typen, die sich da ebenfalls herumtreiben.
Das letzte mal probierte ich einen Terra d’Alter, der wie ein Kräutergarten in der Sonne schmeckte. Oder der Rispensato, der an Rumtopf und Weihnachten erinnerte.
Ich erfuhr so nebenbei, dass man früher in der Fastenzeit Biber essen durfte (zählen nicht als Fleisch, denn die schwimmen ja im Wasser).
Und der Inhaber erzählt von einer langen, ausgiebigen Beratung eines verzweifelten Kunden, der ein Geschenk für seine Mutter suchte. Schließlich nahm dieser den Wein ‘mit dem Schloss’ vorne drauf, denn ‘so was mag sie bestimmt’.
Ich mag den Kräutergarten.
Natürlich hat der Alkohol so seine Tücken:
“I like to drink a martini/two at the very most/three I’m under the table/four, I’m under the host” (Dorothy Parker)
Der Club der saufenden Dichterinnen wird auch mit diesem Risiko fertig werden.
Da bin ich ganz sicher.
AAARRRGGHHH…ich soll lesen? Meine eigenen Texte? Laut? Vor Publikum? Hiiiiiillffffffffeeeeeeeeeeeeee………..
Jeder Autor steckt in jedes bißchen Text etwas von sich hinein. Bewusst oder unbewusst. Eine Binsenweisheit. Wir machen uns nackig, sozusagen. Graben tief, stören uns nicht an Wurzeln und fördern allerhand weißwimmelndes, madiges, oder schwarzknirschend käferiges zutage. Je mehr wir graben, je tiefer und dreckiger es wird, desto besser der Text (es sei denn, wir können nicht mit Worten umgehen, dann wirds peinlich). Egal, ob ich ‘hochliterarische’ Belletristik schreibe, oder ‘nur’ einen Unterhaltungsroman, egal, ob es erotische Kurzgeschichten sind oder ein Fantasyroman bevölkert mit valiumsüchtigen Elfen und alkoholkranken Werwölfen. Immer steckt etwas von mir da drin. Meinen Wünschen, meinen Sehnsüchten, meinen Träumen. Meinen Erfolgen, meinen Bruchlandungen.
Es war hart genug, das alles aufs Papier zu bringen. Da steht es nun, und wer will, der kann es lesen. Schön für sich, ganz leise und in Ruhe. Nix dagegen.
Aber jetzt soll ich mich auch noch auf eine Bühne begeben und laut vorlesen? Nix da. Oder doch…
Schließlich will ich ja bekannt werden. Schliesslich schreibe ich ja, um gelesen zu werden. Und um gelesen zu werden, muss ich vorlesen.
Also tue ich es. Zähneknirschend. Mit einem Herz, das mir so laut in den Ohren klopft wie der Drummer von AC/DC beim ‘Highway to Hell’. Nach außen hin ist alles fein, ich lächle und nicke, wenn jemand mich anspricht. Aber ich verstehe kein Wort. Und auf der Bühne verstelle ich das Mikro, verliere ein Blatt, drücke die zitternden Knie durch. Lese endlich. Sieh an, es klappt. Da kommen Wörter aus meinem Mund. Und….oh Wunder, das Publikum lacht sogar an den richtigen Stellen. Ich bekomme Applaus, dienere erleichtert, verschwinde in die Kulissen. Kriege hinterher sogar Lob aus dem Publikum.
Na bitte, geht doch. Tut auch gar nicht weh.
Und eigentlich ist es ja auch ganz klar, warum. Denn meine oben erwähnten Hoffnungen, Sehnsüchte und Wünsche sind nicht exklusiv die meinen. Ganz im Gegenteil: Wärme, Nähe, Zuneigung, Anerkennung. Der Wunsch, so geliebt zu werden, wie man ist.
Das, verflixt noch mal, wollen wir alle. Darüber schreibe ich.
Und deshalb kann ich auch da rausgehen, und es laut sagen.
(ja, ja, ich gehe ja gleich…wenn meine Knie aufgehört haben, zu zittern)
PS Wer noch Tipps braucht, dem sei diese Seite ans Schriftstellerherz gelegt:
Bitte nicht stören. Ich schreibe.
Irgendwann mal, vor ein paar Jahren, als ich beschloss, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, da habe ich nicht richtig nachgedacht. Hatte keine Ahnung, was das wirklich bedeutet. Stellte mir Nachmittage in der Bibliothek vor (Recherche) und Vormittage im Cafe (mit Laptop, intellektuell aussehend). Dann natürlich Signierstunde bei Dussmann und jede Menge attraktive männliche Fans (kicher).
Tatsächlich sieht es so aus, das ich leicht schräg geworden bin. Ich stecke tief in meinem Fantasyroman drin (der wirklich klasse wird, ich liebe es, wie Held und Heldin sich anblaffen), mein Hirn ist voller merkwürdiger Gestalten (Mister Electric, die Elfe Fleur, die kleine Meerjungfrau River) und die Geschichte schreibt sich praktisch von alleine.
Also sitze ich jeden Tag an meinem Schreibtisch, tippe mir die Finger wund und die Schulter kaputt. Gehe nicht ans Telefon, ignoriere mein Handy. Kümmere mich nicht um Twitter und facebook (was eine echte Erleichterung ist, all das Gequatsche mal zu ignorieren). Gehe nicht in die Sonne (ist eh nicht gut für meinen Teint). Will verdammt noch mal keine Ablenkung. Von nix und niemandem.
Wenn ich mich abends doch mal aufraffe (selten) und mich hinaus wage, dann sitze ich unter Menschen wie eine Fremde in einer merkwürdigen Welt. Um mich herum sind alle zu laut, und was sie sagen, verstehe ich sowieso nicht. Denn in meinem Kopf läuft ein ganz anderer Film. Und ich will so schnell wie möglich nach Hause, um weiterzuschreiben. Alles andere ist Zeitverschwendung.
Mein Kater lebt übrigens noch. Ich schaffe es durchaus, für uns beide das Lebensnotwendige einzukaufen. Und die Wohnung ist auch noch nicht im Chaos versunken. Aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit.
Noch drei Wochen, dann müsste ich fertig sein. Fix und fertig, in jeder Hinsicht. Und Freunde werde ich auch keine mehr haben.
Ist das normal? Oder ist das eben so, wenn man schreibt?
All writers are vain, selfish and lazy, and at the very bottom of their motives lies a mystery. Writing a book is a long, exhausting struggle, like a long bout of some painful illness. One would never undertake such a thing if one were not driven by some demon whom one can neither resist nor understand.
George Orwell
Danke, George.
Ich liebe diesen Buchladen (habe ihn mal in England besucht), leider habe ich das Poster nicht gesehen (sonst hätte ich eins zu Hause)!